Acht Verhaltensweisen, die das Vertrauen untergraben können

- Vertrauen wird mit Offenheit, Zuverlässigkeit und der Bereitschaft verbunden, andere zu berücksichtigen
- Zu den bedenklichen Verhaltensmustern zählen Lügen, gebrochene Versprechen und fehlende Reue
- Einzelne Merkmale allein beweisen nicht, dass jemand lügt oder unzuverlässig ist
Welches Verhalten das Vertrauen untergraben kann
Ein angenehmer erster Eindruck lässt nicht immer erkennen, wie vertrauenswürdig jemand ist: Die im Beitrag beschriebenen Menschen können charmant und kontaktfreudig wirken. Anlass zur Vorsicht geben dieser Zusammenstellung zufolge nicht ein einzelner Blick oder ein zufälliger Versprecher, sondern wiederkehrende Verhaltensmuster. Dazu zählen die Gewohnheit, Wichtiges zu verschweigen, die Wahrheit zugunsten des eigenen Eindrucks zu verdrehen und anders zu handeln als versprochen. Diese Liste nennt mögliche Warnsignale – sie ist keine Methode, um die Absichten anderer zweifelsfrei zu erkennen.
Als erstes genanntes Anzeichen gilt Verschlossenheit: Jemand behält wichtige Informationen für sich oder zeigt seine wahren Gefühle nicht. In einer im Journal of Research in Personality veröffentlichten Studie wird Vertrauen anhand von drei Komponenten betrachtet: einem Verhalten, das die Bereitschaft zeigt, sich auf andere zu verlassen, der Überzeugung, dass andere zuverlässig sind, und der Absicht, sich verletzlich zu machen. Der Beitrag bringt Offenheit mit dieser letzten Komponente in Verbindung, behauptet aber nicht, dass jede Zurückhaltung automatisch auf Täuschung hindeutet.
Ständiges Verschweigen kann, der im Beitrag dargestellten Einschätzung zufolge, das gegenseitige Vertrauen erschweren: Wenn jemand nicht bereit ist, sich selbst zu öffnen, fällt es anderen schwerer, sich auf diese Person zu verlassen. Außerdem wird emotionale Intelligenz thematisiert – die Fähigkeit, die Gefühle anderer wahrzunehmen und zu verstehen. Die Psychotherapeutin Marni Feuerman warnt, dass diese Fähigkeit manchmal zur Kontrolle eingesetzt wird: Emotionale Signale zu erkennen, kann dabei helfen, das Gegenüber nicht nur zu verstehen, sondern auch zu manipulieren. Einfühlungsvermögen allein sagt also noch nichts über gute Absichten aus.
Verschlossenheit und der Eindruck, den Worte vermitteln
Ein weiteres Warnsignal ist die Angewohnheit, Geschichten auszuschmücken, Details zu verändern oder sich beeindruckende Leistungen zuzuschreiben, um Eindruck zu machen. Im Beitrag wird dies dem Vertrauen gegenübergestellt, zu dem auch die Erwartung gehört, den Worten und Versprechen einer Person glauben zu können. Eine Studie im Personality and Social Psychology Bulletin beschreibt vertrauenswürdige Menschen als ehrlich und wohlwollend. Wenn das Gegenüber jedoch ständig Tatsachen ausschmückt, fällt es anderen schwer zu erkennen, wo die wahrheitsgetreue Erzählung endet und die Erfindung beginnt.
Auch die Übereinstimmung zwischen Worten und Taten ist wichtig. Wenn jemand wiederholt das eine verspricht, aber etwas anderes tut, verlieren seine Aussagen an Überzeugungskraft, und es wird schwieriger, Vertrauen aufrechtzuerhalten. Die Kognitionspsychologin Anne Böckler-Rettig vergleicht Vertrauen nicht mit einem Schalter, den man nach Belieben umlegen kann, sondern mit einem fortlaufenden Prozess. Ihrer Ansicht nach ist es sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft notwendig, und Beziehungen sind ohne die Fähigkeit, andere zu verstehen und Fehler zu verzeihen, nicht möglich. Wenn Versprechen und Taten jedoch ständig auseinanderklaffen, erschwert das den Wiederaufbau von Vertrauen.
Fehler in Beziehungen sind unvermeidlich, doch auch die Reaktion auf den verursachten Schaden ist entscheidend. In dem Beitrag wird fehlendes Schuldgefühl, nachdem jemand einen anderen verletzt hat, als mögliches Zeichen für Unzuverlässigkeit dargestellt. Scham über eine schlechte Tat kann dagegen dazu bewegen, sich zu entschuldigen und zu versuchen, die Folgen wiedergutzumachen. Es geht dabei nicht darum, dass jemand niemals Fehler machen darf, sondern darum, bereit zu sein, den verursachten Schaden wahrzunehmen und für das eigene Handeln Verantwortung zu übernehmen, statt einfach weiterzumachen wie bisher.
Verantwortungsbewusstsein, Empathie und der Umgang mit anderen
Eine Studie im Journal of Personality and Social Psychology bringt die Neigung, Schuld zu empfinden, mit Zuverlässigkeit in Verbindung. Der in dem Beitrag beschriebenen Untersuchung zufolge kann dieses unangenehme Gefühl Menschen davon abhalten, anderen zu schaden, und sie dazu bewegen, ihre Fehler wiedergutzumachen. Sieht jemand jedoch keinen Grund zur Reue und ist nicht bestrebt, sein Verhalten zu ändern, können Versprechen, sich zu bessern, Zweifel wecken. Die Veröffentlichung bietet jedoch keine Grundlage dafür, den Charakter anhand einer einzelnen Reaktion zu beurteilen: Entscheidend ist das beschriebene Verhaltensmuster, nicht ein einmaliger Vorfall.
Der nächste Punkt ist, ausschließlich auf die eigenen Wünsche fokussiert zu sein. Eine Studie aus dem Jahr 2022 in Personality and Individual Differences bringt Zuverlässigkeit mit der Bereitschaft in Verbindung, die Interessen anderer zu berücksichtigen und nicht nur die eigenen. Dieser Ansatz ist besonders für Führungskräfte wichtig: In dem Beitrag wird eine zuverlässige Führungskraft als jemand beschrieben, der sich das Feedback der Mitarbeitenden anhört, es berücksichtigt und Entscheidungen offen erläutert. Das gegenteilige Verhaltensmuster – die Bedürfnisse anderer zu ignorieren und die eigenen Interessen an erste Stelle zu setzen – erschwert es, Beziehungen zu pflegen.
Die Unfähigkeit, die Sichtweise anderer zu berücksichtigen, wird auch im Zusammenhang mit Empathie betrachtet. Die Beziehungscoachin Mitzi Bockmann sagt, dass Menschen, denen es schwerfällt, ihre eigenen Gefühle zu verstehen, auch die Gefühle anderer nur schwer nachvollziehen können. Ihrer Erklärung zufolge erwarten solche Menschen möglicherweise, dass andere ihre eigenen Empfindungen ebenfalls beiseiteschieben und nicht reflektieren. Der Beitrag bringt mangelnde Empathie mit Schwierigkeiten in Beziehungen und sozialer Isolation in Verbindung, nennt jedoch kein allgemeingültiges Kriterium, anhand dessen sie bei einer bestimmten Person gemessen werden könnte.
Berechnende Fürsorge und die Grenzen von Schlussfolgerungen
Das letzte der aufgeführten Anzeichen ist Freundlichkeit, die nur dann zum Vorschein kommt, wenn sie der betreffenden Person selbst nützt. Eine solche Fürsorge kann dem Beitrag zufolge schnell verschwinden, wenn das Gegenüber nicht mehr das Gewünschte bietet. Das unterscheidet sie von einer beständigen Hilfsbereitschaft, auch wenn einzelne freundliche Gesten nach außen gleich aussehen können. Deshalb achtet man nicht nur auf die Geste selbst, sondern auch darauf, ob sich das Verhalten wiederholt und ob das Engagement anhält, wenn die Person nichts dafür zurückbekommt.
In einer in Personality and Social Psychology Bulletin veröffentlichten Studie wird ein hohes Maß an Vertrauen mit besseren sozialen Fähigkeiten in Verbindung gebracht. Die Autoren merken außerdem an, dass diese Fähigkeiten sowohl egoistischen als auch selbstlosen Zielen dienen können; Zuverlässigkeit wiederum steht in positivem Zusammenhang mit sozialem Erfolg und der Bereitschaft, anderen zu helfen. Das präzisiert den Gedanken der Manipulation: Gute Kommunikationsfähigkeit allein garantiert weder Aufrichtigkeit noch eigennützige Absichten. Entscheidend sind die Ziele und die Beständigkeit des Verhaltens.
Alle acht Punkte verbindet die Frage, inwieweit die Worte, Absichten und Handlungen eines Menschen miteinander übereinstimmen und ob sie andere berücksichtigen. Der Text fasst Erkenntnisse aus verschiedenen Studien und Einschätzungen von Fachleuten zusammen, nennt jedoch keine Details, die aus dieser Liste einen validierten Test machen würden. Daher beweisen ein einzelner Fall von Verschwiegenheit, ein Fehler oder ein unglücklich gewähltes Wort nicht, dass jemand täuscht. Das größere Thema des Beitrags sind wiederkehrende Muster – Lügen, gebrochene Versprechen, fehlende Verantwortungsübernahme und bedingte Fürsorge.
Quelle: UNIAN



