In Deutschland lässt sich GTA 6 mit bezahltem Bildungsurlaub verbinden – aber nur im Rahmen eines Kurses

- Der Kurs über offene Spielwelten in Deutschland ist auf 60 Teilnehmende begrenzt und findet vom 18. bis zum 20. November statt
- Das Programm umfasst Lernaufgaben und nicht nur das Spielen von GTA 6
- Für die Teilnahme sind ein Mindestalter von 18 Jahren, ein geeignetes Gerät und eine lizenzierte Version des Spiels erforderlich
Ein Bildungskurs statt des üblichen Urlaubs
Kurz vor der Veröffentlichung von GTA 6 bietet sich in Deutschland eine ungewöhnliche Möglichkeit, das Spielen mit einer bezahlten Freistellung von der Arbeit zu verbinden. Dabei geht es nicht um einen gesonderten Anspruch auf freie Tage zum Vergnügen, sondern um Bildungsurlaub – den gesetzlich vorgesehenen Bildungsurlaub für zertifizierte Kurse. Die Veranstalter bieten ein Programm zu offenen Spielwelten an. Die Teilnehmenden werden daher nicht nur spielen, sondern auch Aufgaben zum Kursthema bearbeiten müssen.
Der Kurs mit dem Titel „Offene Spielwelten: Lektionen aus der digitalen Welt“ ist für den 18. bis 20. November geplant und umfasst damit auch den Erscheinungstag von GTA 6, den 19. November. Das Programm richtet sich an 60 Personen. Es wird als staatlich geförderter Bildungskurs beschrieben, der den Teilnehmenden ermöglicht, Bildungsurlaub zu nehmen. Die Grundlage für die Freistellung von der Arbeit ist dabei das Bildungsformat – nicht die bloße Veröffentlichung eines beliebten Spiels.
Daher ist die wichtige Einschränkung in der Geschichte vom „legalen Urlaub für GTA 6“: Es geht nicht darum, dass jeder Beschäftigte in Deutschland seinem Arbeitgeber einfach mitteilen kann, er wolle spielen, und automatisch drei freie Tage bekommt. Die Möglichkeit ist an einen konkreten Kurs und dessen Bildungsprogramm gebunden. Die Teilnahme ist auf 60 Plätze begrenzt. Die beschriebene Option ist also keine Möglichkeit, die allen offensteht, um den Veröffentlichungstag des Spiels außerhalb des Büros zu verbringen.
So ist das Programm rund um offene Spielwelten aufgebaut
Die Veranstalter versprechen, anhand offener Spielwelten Storytelling, digitale Kultur und Zusammenarbeit zu behandeln. Die Teilnehmenden werden in Gruppen mit einer Leitung eingeteilt und bearbeiten Aufgaben direkt im Spiel. Anschließend nutzen sie ihre Beobachtungen, um die Kursthemen zu analysieren. Zu den angekündigten Schwerpunkten zählen Erzählweise, Motivation, Gemeinschaftsbildung und Zusammenarbeit. So wird das Spielen zum Kursmaterial und ist nicht bloß eine private Freizeitbeschäftigung, die zufällig auf den Veröffentlichungstag fällt.
Ein eigener Teil des Programms ist Easter Eggs gewidmet – versteckten Details, die das Interesse der Spieler aufrechterhalten können. Im Kurs wird erörtert, wie Marken, Bildungsprojekte und Teams solche Dynamiken nutzen können. So werden Spielmechaniken mit praktischen Aufgaben verknüpft, die über das Abschließen von Missionen hinausgehen. Die Beschreibung verspricht dabei kein konkretes berufliches Ergebnis: Es geht darum, Methoden zur Einbindung und Interaktion im Rahmen von Lernübungen kennenzulernen.
Der Gründer des Bildungsanbieters Dein Bildungsurlaub, Carlo Dreschel, erklärt seinen Ansatz damit, dass modernes Lernen an die bereits vorhandene Neugier der Menschen anknüpfen sollte. Seinen Worten zufolge verbinden offene Welten Geschichten, Entscheidungen, Gemeinschaften und das fortlaufende Lösen von Aufgaben und können daher als Lernumgebung dienen. Er weist außerdem darauf hin, dass Spielelemente wie Rollenspiele, Simulationen, Mechaniken und Belohnungssysteme bereits in Bildungsformaten zum Einsatz kamen und der neue Kurs diesen Ansatz weiterentwickelt.
Aufgaben, Fähigkeiten und Erwartungen der Teilnehmenden
Die praktischen Anforderungen an die Teilnehmenden machen deutlich, dass sich das Programm nicht darauf beschränkt, ein Spiel nur anzuschauen oder von außen darüber zu diskutieren. Anmelden können sich Personen ab 18 Jahren; außerdem benötigen sie ein geeignetes Gerät und eine lizenzierte Ausgabe eines Open-World-Spiels. In der Kursankündigung wird nicht präzisiert, dass alle Übungsaufgaben zwingend in GTA 6 erledigt werden müssen. Daher lässt sich nicht davon ausgehen, dass ein bestimmtes Spiel das einzig mögliche Werkzeug im Programm ist.
Das Format umfasst drei Online-Tage; zusätzlich ist ein Treffen vor Ort in Berlin geplant. So lässt sich der Kursplan von einem gewöhnlichen Gaming-Marathon zu Hause unterscheiden: Die Teilnehmenden erwarten organisierte Gruppenaktivitäten und Aufgaben. In der veröffentlichten Beschreibung werden allerdings weder Einzelheiten zu den Inhalten der einzelnen Tage noch zur Platzvergabe oder dazu genannt, welche Spiele genau bei den jeweiligen Übungen zum Einsatz kommen. Diese Details sind wichtig, um einschätzen zu können, inwieweit das Programm den Erwartungen von GTA-6-Fans entspricht.
Unter den Teilnehmenden ist bereits die 23-jährige Victoria, eine Buchhalterin aus Berlin und Gaming-Fan. Sie sagt, sie möchte herausfinden, was sie lernen kann, und hofft, alltägliche Aufgaben aus einem neuen Blickwinkel betrachten zu können. Als mögliche Parallele nennt Victoria eine angespannte Situation mit Kunden und eine Verfolgungsjagd mit hoher Geschwindigkeit im Spiel. Das ist ihre persönliche Erwartung an den Kurs, kein bestätigtes Lernergebnis und keine Aussage der Veranstalter, dass sich Gaming-Fähigkeiten garantiert auf den Beruf übertragen lassen.
Hintergrund des Starts und Grenzen des Möglichen
Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lautet die praktische Erkenntnis, dass das deutsche Modell arbeitsfreie Zeit mit einem geregelten Bildungsverfahren verknüpft. Es kann bezahlte freie Tage für diejenigen ermöglichen, die an einem entsprechenden zertifizierten Kurs teilnehmen und dessen Bedingungen erfüllen. Die Quelle beschreibt jedoch weder alle rechtlichen Anforderungen noch das Verfahren zur Abstimmung mit dem Arbeitgeber. Die Geschichte sollte daher nicht als allgemeine Beratung zu Arbeitsrechten verstanden werden: Die konkreten Möglichkeiten hängen von den Regeln für Bildungsurlaub und vom jeweiligen Programm ab.
Das Interesse daran, wegen eines Releases der Arbeit fernzubleiben, ist auch außerhalb Deutschlands spürbar. In dem Beitrag wird eine Schätzung genannt, der zufolge die Zahl der Urlaubsanträge am Starttag voraussichtlich um 17 Prozent steigen wird, wobei weder die Methodik noch die Vergleichsbasis näher erläutert werden. In Australien veröffentlichte die Arbeitsbeziehungsbehörde ein Merkblatt zu den Rechten von Beschäftigten auf bezahlten Urlaub. Im Juli verbreitete sich außerdem ein Flyer eines Pionierbataillons in Fort Stewart, in dem Rekruten als besonderer Anreiz für eine erneute Verpflichtung ein viertägiger Sonderurlaub angeboten wurde.
GTA 6 soll am 19. November für PlayStation 5 und Xbox X/S erscheinen. Der Hype um den Release macht einen Spieltag jedoch nicht automatisch zu bezahltem Urlaub: Das deutsche Beispiel basiert auf einem Bildungsprogramm, das auf 60 Plätze, Teilnahmevoraussetzungen und Aufgaben begrenzt ist. Unklar bleiben die Details des Auswahlverfahrens, die rechtlichen Bedingungen für einzelne Beschäftigte und die Frage, welche Spiele in den Übungen zum Einsatz kommen. Der wichtigste praktische Punkt der Nachricht liegt daher im ungewöhnlichen Bildungsformat und nicht in einer allgemeinen Erlaubnis, wegen eines Spiels der Arbeit fernzubleiben.
Quelle: IGN




