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Ein hoher Body-Mass-Index ist mit einem schnelleren kognitiven Abbau verbunden

AutorRedaktionsteam Heute, 06:22 0
Ein hoher Body-Mass-Index ist mit einem schnelleren kognitiven Abbau verbunden
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Kurz gesagt
  • In einer Studie mit mehr als 8.200 Erwachsenen über 50 war ein erhöhter BMI über den 24-jährigen Beobachtungszeitraum mit einem schnelleren Rückgang der Gedächtnisleistung und der kognitiven Funktionen verbunden.
  • Der stärkste Zusammenhang zeigte sich im achten Jahr der Studie und bei Teilnehmern über 65 Jahren.
  • Die Arbeit belegt nicht, dass Übergewicht unmittelbar einen kognitiven Abbau verursacht; die Autoren bezeichnen die Gewichtskontrolle als potenziell veränderbaren Faktor.

Was die Langzeitbeobachtung ergab

Übergewicht kann nicht nur mit dem körperlichen Zustand zusammenhängen, sondern auch damit, wie sich Gedächtnis und Denken im Alter verändern. Zu diesem Schluss kam eine Forschungsgruppe der University of Georgia, nachdem sie Daten von Erwachsenen über 50 Jahren untersucht hatte. Bei Teilnehmern mit einem höheren Body-Mass-Index nahmen die kognitiven Fähigkeiten im Durchschnitt schneller ab. Es handelt sich um einen in Beobachtungsdaten festgestellten Zusammenhang, nicht um einen Beweis dafür, dass das Gewicht die Verschlechterung unmittelbar verursacht.

Mit zunehmendem Alter fällt es vielen Menschen schwerer, Informationen schnell abzurufen, klar zu denken und neue Informationen zu verarbeiten. In dem Beitrag wird betont, dass solche Veränderungen bei gesunden Erwachsenen normalerweise moderat sind und sich allmählich entwickeln. Die neuen Ergebnisse weisen auf einen möglichen Faktor hin, der mit einem schnelleren Tempo dieser Veränderungen verbunden ist: ein erhöhter Body-Mass-Index. Die Studie untersuchte mehrere Bereiche der kognitiven Gesundheit und nicht nur eine einzelne Gedächtnisaufgabe.

In die Analyse flossen Daten von mehr als 8.200 Erwachsenen über 50 Jahren ein, die 24 Jahre lang beobachtet wurden. Die Daten wurden im Rahmen einer national repräsentativen Studie erhoben. Dieser lange Zeitraum ermöglichte es, Körpergewichtswerte mit Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten im Zeitverlauf zu vergleichen. Doch selbst eine langfristige Beobachtung beantwortet nicht die Frage, ob ein erhöhter BMI den Rückgang der Fähigkeiten verursacht oder ob beide Merkmale mit anderen Umständen zusammenhängen.

Wie sich der Zusammenhang mit dem BMI zeigte

Ein höherer BMI hing mit einem schnelleren Rückgang des Gedächtnisses, der allgemeinen kognitiven Fähigkeiten und der Exekutivfunktionen zusammen. Letztere sind für alltägliche Aufgaben wichtig: für Konzentration, Planung, Organisation und den Umgang mit Emotionen. Der festgestellte Zusammenhang betrifft also Fähigkeiten, die dabei helfen, verschiedene alltägliche Tätigkeiten zu bewältigen. Die Studie besagt jedoch nicht, dass bei jedem Menschen mit einem hohen BMI zwangsläufig merkliche Beeinträchtigungen des Gedächtnisses oder Denkens auftreten.

Die Autoren berichten über einen kontinuierlichen Zusammenhang zwischen Körpergewicht und kognitiver Gesundheit: Jeder zusätzliche BMI-Punkt ging mit einem schnelleren Rückgang der Messwerte einher. Das bedeutet nicht, dass die Studie einen allgemeinen Schwellenwert ermittelt hat, ab dem bei allen eine Verschlechterung einsetzt. Das Ergebnis beschreibt ein Muster in der untersuchten Gruppe und deutet darauf hin, dass selbst vergleichsweise geringe BMI-Unterschiede im Beobachtungszeitraum eine Rolle spielen können.

Der Zusammenhang war im achten Studienjahr am stärksten, und die ausgeprägtesten Effekte zeigten sich bei Teilnehmenden über 65 Jahren. Das sind wichtige Einschränkungen: Die Ergebnisse beschreiben keine gleichbleibende Veränderung des Risikos in jeder Phase und für alle Altersgruppen. Die Quelle enthält weder detaillierte Zahlen zur Effektstärke noch eine Erklärung dafür, warum gerade das achte Jahr hervorstach. Dieses Merkmal sollte daher als beobachtetes Ergebnis und nicht als erwiesener Mechanismus betrachtet werden.

Mögliche Mechanismen und das Ausmaß des Problems

Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass Gewichtsmanagement den kognitiven Abbau möglicherweise verlangsamen kann; der Studie zufolge könnte sich ein potenzieller Nutzen bereits innerhalb von zwei Jahren zeigen. Die Hauptautorin Suhang Song bezeichnete den BMI als einen der am einfachsten veränderbaren Risikofaktoren im Zusammenhang mit gesundem Altern. Dies ist die Einschätzung der Forscherin und keine Zusage eines bestimmten Ergebnisses für jede einzelne Person: Aus dem Artikel geht nicht hervor, dass die Teilnehmenden dasselbe Programm zur Gewichtsabnahme erhielten.

In der Studie wird Adipositas als ein BMI von 30 oder höher definiert. Einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind jedoch der Ansicht, dass der BMI allein nicht ausreicht, um Adipositas umfassend zu beurteilen: Sie schlagen vor, auch den Taillenumfang und mit Übergewicht verbundene Erkrankungen zu berücksichtigen. Dieser Unterschied ist für die Interpretation der Ergebnisse wichtig: Der untersuchte Zusammenhang beruht auf dem BMI, der nicht alle Aspekte der Gesundheit abbildet und nicht alle möglichen Methoden zur Klassifizierung von Adipositas umfasst.

Als mögliche Erklärungen für den Zusammenhang ziehen die Forschenden mehrere biologische Prozesse in Betracht. Übergewicht kann Entzündungen begünstigen, die Durchblutung beeinträchtigen und mit Insulinresistenz verbunden sein. Nach Ansicht der Autoren könnte das Zusammenspiel solcher Veränderungen die Wahrscheinlichkeit kognitiver Beeinträchtigungen, der Alzheimer-Krankheit und anderer Demenzformen erhöhen. Wichtig ist, dass diese Prozesse im dargestellten Material als mögliche Mechanismen bezeichnet werden und nicht als Ursachen, die in dieser Analyse direkt überprüft wurden.

Was die Ergebnisse aussagen – und was sie nicht belegen

Die Verbreitung von Adipositas in den USA bildet den Kontext für die Ergebnisse. Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention erfüllen etwa zwei von fünf Amerikanern die Kriterien für Adipositas, wenn sie ausschließlich anhand des BMI beurteilt wird. Bei einem umfassenderen Ansatz, der den Taillenumfang und medizinische Erkrankungen einbezieht, steigt der Anteil der Menschen, die als adipös eingestuft werden, auf 75 %. Diese Schätzungen beruhen auf unterschiedlichen Definitionen und sollten nicht miteinander vermischt werden.

Die Forschenden weisen auch auf das Ausmaß des Demenzproblems hin: Derzeit leben mehr als sieben Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner mit Demenz, und bis 2050 dürfte sich diese Zahl verdoppeln. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Suche nach veränderbaren Faktoren, die mit der kognitiven Gesundheit zusammenhängen, besondere Bedeutung. Die Daten zur Verbreitung von Demenz belegen jedoch nicht, dass Gewichtskontrolle eine konkrete Zahl von Fällen verhindern wird. Die Arbeit weist auf einen möglichen Bereich hin, dem künftig mehr Aufmerksamkeit gelten könnte, berechnet aber nicht die Wirkung einer Prävention.

Die wichtigste Einschränkung der Schlussfolgerungen besteht darin, dass die Studie keinen direkten ursächlichen Zusammenhang zwischen Übergewicht und kognitivem Abbau belegt. Die Autoren halten das Körpergewicht für einen potenziell wichtigen und veränderbaren Faktor, doch die genauen Ursachen des festgestellten Zusammenhangs sind unklar. Suhang Song betont, dass es kein Medikament gibt, das Demenz heilen kann, weshalb es wichtig ist, veränderbare Risikofaktoren zu erkennen. Die Studie wurde im Journal of Neurology veröffentlicht; weitere Daten sind erforderlich, um die Bedeutung des Ergebnisses genauer einzuordnen.

Quelle: ScienceDaily

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