Sentinel in The Elder Scrolls 6: Was über die Stadt bekannt ist und welche Handlungstheorien diskutiert werden

- Im Artikel wird Sentinel als Schauplatz von The Elder Scrolls 6 und als Stadt der Rothwardonen in Hammerfell bezeichnet.
- Schiffe und Numidium werden als mögliche Handlungsrichtungen diskutiert, nicht als bestätigte Spielfunktionen
- Es ist unklar, ob das Spiel den Konflikt mit dem Aldmeri-Dominion fortsetzen und mit dem Ursprung der Schriftrollen verknüpft sein wird
Sentinel und Hammerfell: Ausgangspunkt einer neuen Geschichte
Im Artikel wird Sentinel als bestätigter Titel von The Elder Scrolls 6 bezeichnet und Hammerfell, die nordwestliche Provinz Tamriels, als Schauplatz genannt. Für die Reihe ist dies eine bemerkenswerte Wahl: Die Region kam bereits ausführlich in Daggerfall und The Elder Scrolls Online vor und ist Fans daher aus früheren Spielen vertraut. Die Bekanntheit des Gebiets bedeutet jedoch nicht, dass die künftige Karte oder Handlung frühere Versionen wiederholen wird: Der Beitrag legt nahe, die Lore als Grundlage möglicher Richtungen zu lesen und nicht als Beschreibung fertiger Spielsysteme.
Sentinel ist sowohl eine Stadt als auch ein Königreich am Südufer der Iliac-Bucht, nahe der Nordgrenze Hammerfells. Die Provinz erstreckt sich von der Alik’r-Wüste und der Westküste bis zu den Dragontail-Bergen im Osten. In der Lorebeschreibung erscheint die Stadt als bedeutendes maritimes Zentrum: Ihre Lage verbindet Küstengebiete, Inseln und das Landesinnere. Diese Geografie ist nicht nur für die Karte wichtig, sondern auch für das Verständnis, warum die Seefahrt in der Geschichte der Rothwardonen eine wichtige Rolle spielt.
Sentinel gilt als erste Siedlung der Rothwardonen und als einer der wichtigsten Orte in Dolchsturz, der an Bedeutung mit Dolchsturz selbst am gegenüberliegenden Ufer konkurriert. Der Text vergleicht ihre langjährige Fehde mit dem Kampf Roms und Karthagos um Sizilien, bringt sie jedoch vor allem mit der Insel Betony in Verbindung. Diese strategisch wichtige Fischersiedlung vor der Küste Hochfels’ stand einst unter dem Schutz Sentinels; später löste Dolchsturz die Angelegenheit mit Gewalt und vernichtete die Flotte seines Rivalen.
Maritimes Erbe und mögliche Größe der Welt
Das architektonische Erscheinungsbild Sentinels in der Hintergrundgeschichte ist von Nordafrika und dem Nahen Osten inspiriert: Im Zentrum der Stadt werden ein Kuppelpalast und Türme beschrieben, entlang der Kanäle wachsen Palmen, und in den sandigen Vierteln gibt es Märkte und Straßenhändler. Das ist nicht bloß Dekoration: Das Erscheinungsbild lässt die Kultur und das städtische Umfeld der rothwardonischen Hauptstadt vorstellbar werden. Zugleich beweist dieses Bild nicht, welchen visuellen Stil das Spiel haben wird. Die Quelle spricht von traditionellen Darstellungen der Stadt, nicht von einem bestätigten Design für The Elder Scrolls 6.
Die Iliac-Bucht ist von kleinen Inseln übersät, und die Geschichte der Region ist reich an Seefahrtsgeschichten. Die Rothwardonen werden als ein Volk mit einer tief verwurzelten Seefahrertradition dargestellt, ähnlich wie die Bretonen mit Magie verbunden werden. Daher wirkt das alte Gerücht über ein Schiffelement in The Elder Scrolls 6 thematisch passend: Schiffe könnten ein markantes Merkmal des Spiels sein. Der Text betont jedoch die Ungewissheit: Ein solches Element könnte lediglich eine frühere Idee gewesen sein, und das Gerücht bestätigt weder, dass es Schiffe geben wird, noch auf welche Weise sie genutzt werden könnten.
Jenseits der Bucht liegen der versunkene Kontinent Yokuda, von dem die Rothwardonen ursprünglich kamen, und die große Insel Stros M’Kai, auf der die Ereignisse des eigenständigen Adventure-Spiels Redguard stattfanden. Der Autor verbindet die Erfahrungen aus dieser Entwicklung mit Bethesdas Wechsel von der riesigen Karte von Daggerfall zur kompakteren, von Hand gestalteten Welt von Morrowind. Seiner Einschätzung nach ermöglichte der kleinere Maßstab von Morrowind, die Spielwelt mit mehr Details auszustatten. Dies ist ein Bericht über die Herangehensweise des Studios, verrät aber für sich genommen nichts über Größe oder Aufbau der Karte des neuen Spiels.
Numidium, zeitliche Anomalie und Konflikt der Mächte
Der Artikel vergleicht diese Tradition mit den Erfahrungen aus Starfield: Im Spiel gibt es ein Schiff als Zuhause, dem man eine Besatzung zuweisen kann, sowie einen beliebten Schiffsbaukasten, der den modularen Aufbau vereinfacht. Der Autor hält diese Elemente für gelungene Beispiele einer mobilen Basis und kreativer Anpassungsmöglichkeiten innerhalb eines vorgegebenen Systems und kritisiert zugleich die Wiederholung prozedural generierter Außenposten. Dieser Vergleich erklärt, warum die Schiffsmechaniken als mögliche Richtung für das nächste Bethesda-RPG erscheinen, ist jedoch kein Versprechen, sie in The Elder Scrolls 6 zu übernehmen.
Ein weiterer Gedankengang betrifft riesige Gegner und Maschinen. In der Reihe gab es bereits große Bedrohungen: Mehrunes Dagon griff in Oblivion die Kaiserstadt an, Drachen wurden zu einem zentralen Element von Skyrim, und Morrowind erzählte vom Versuch, ein zweites Numidium zu erschaffen. Dabei handelt es sich um eine uralte dwemerische Maschine, die als Massenvernichtungswaffe konzipiert und mit dem Herzen eines Gottes verbunden war. Diese Beispiele zeigen, dass eine Bedrohung von gewaltigem fantastischem Ausmaß der Reihe nicht fremd ist, beweisen aber nicht, dass im neuen Spiel unbedingt ein riesiger Roboter auftauchen wird.
Nach den Ereignissen von Daggerfall wurde das Numidium zerstört, und seine Teile verstreuten sich der überlieferten Geschichte zufolge über Hammerfell und Hochfels. Das Material lässt die Möglichkeit offen, dass Fragmente in der Bucht oder unter dem Sand der Alik’r-Wüste gelandet sein könnten. Auch der Kontext der „Verzerrung im Westen“ ist wichtig: In diesem verworrenen zeitlichen Zusammenstoß erreichten verschiedene rivalisierende Kräfte die gewünschten Ergebnisse, und alle Varianten wurden Teil des Kanons. Das lässt Raum für eine Rückkehr zu den Folgen jener Ereignisse, stellt aber nicht fest, dass die Handlung von The Elder Scrolls 6 das Numidium tatsächlich wieder zusammensetzen wird.
Die Schriftrollen und Lorkhan: Rätsel ohne bestätigte Antwort
Im Teaser, der im Artikel besprochen wird, versucht der Mottenpriester Yazar, eine Prophezeiung einer Schriftrolle der Alten zu deuten, und erhält eine verschwommene Vision. Die Formulierung über eine verlorene Zukunft, einen aufgehobenen Sieg und vom Schicksal verstreute Sande lässt mehrere Deutungen zu. Der „Sand der Zeit“ könnte sowohl auf die Alik’r-Wüste als auch auf eine Verzerrung der Zeit anspielen; der „aufgehobene Sieg“ wiederum auf Konflikte der Vergangenheit. Diese Deutung unterstreicht die Mehrdeutigkeit der Überlieferung, erlaubt aber keine sichere Bestimmung, welches konkrete Ereignis oder welche Zukunft im Teaser gezeigt wird.
Ein möglicher politischer Kontext sind die Folgen des Weißgoldvertrags, der den Krieg zwischen dem Kaiserreich und dem Aldmeri-Dominion beendete. Der Darstellung zufolge verbot der Vertrag die Verehrung Talos’, löste die Klingen auf und überließ den Hochelfen den Süden von Hammerfell. Die Rothwardonen von Sentinel verließen bald darauf das Kaiserreich. Daraus ergibt sich die Vermutung, dass das neue Spiel einen anhaltenden Konflikt oder die Befreiung besetzter Gebiete aufgreifen könnte. Die Quelle bestätigt jedoch weder, dass zum Zeitpunkt des Spiels Regionen Hammerfells besetzt sind, noch, dass der Held an einem solchen Feldzug beteiligt ist.
Eine weiter gefasste Hypothese bringt Numidium mit dem Herzen Lorkhans und dem Ursprung der Schriftrollen der Alten in Verbindung. In Morrowind zerstört der Held das Herz Lorkhans und verhindert damit die Erschaffung eines zweiten Mechanismus. Lorkhan selbst ist der beschriebenen Hintergrundgeschichte zufolge mit der Entstehung der Welt verbunden und starb beim Adamantinen Turm auf der Insel Balfiera in der Iliac-Bucht. All dies lässt vermuten, dass Sentinel uralte Geheimnisse der Reihe aufgreifen wird. Die konkrete Handlung, die Rolle der Schriftrollen und das Schicksal der Numidium-Fragmente bleiben jedoch unbekannt.
Quelle: IGN



