Klimaanlage oder Heizgerät: Was ist beim Heizen eines Raums im Winter effizienter?

- Ein Ölradiator und ein Infrarotpaneel liefern etwa 1 kWh Wärme pro 1 kWh Strom
- Unter günstigen Bedingungen kann eine Inverter-Klimaanlage 3–5 kWh Wärme pro 1 kWh Strom liefern
- Sinkt die Außentemperatur, nimmt die Effizienz der Klimaanlage ab. Ein präziser Thermostat hilft, eine Überhitzung zu vermeiden
So funktionieren die drei Heizmethoden
Die Wahl zwischen einem Ölradiator, einem Infrarotpaneel und einer Klimaanlage mit Heizfunktion lässt sich nicht auf eine einzige Leistungsangabe reduzieren. Diese Geräte geben Wärme auf unterschiedliche Weise ab und verbrauchen unterschiedlich viel Strom. Bei einem 15 m² großen Raum kommt es nicht nur auf die Quadratmeterzahl an, sondern auch auf die Wärmeverluste des Gebäudes: Diese müssen laut einem Experten ausgeglichen werden, damit eine angenehme Temperatur gehalten werden kann. Deshalb ist es sinnvoll, die Geräte unter Berücksichtigung der Bedingungen im jeweiligen Raum zu vergleichen.
Ein Ölradiator erwärmt die Luft hauptsächlich durch Konvektion, gibt aber auch einen Teil der Wärme durch Strahlung ab. Seine Besonderheit zeigt sich nach dem Ausschalten: Das erwärmte Öl gibt noch eine Weile gespeicherte Wärme ab. Das bedeutet nicht, dass das Gerät pro verbrauchter Kilowattstunde mehr Energie erzeugt. Die Wärme verschwindet jedoch nicht sofort, sobald der Heizkörper ausgeschaltet wird. Diese Trägheit unterscheidet ihn von Geräten, die den Raum nicht mehr heizen, sobald sie ihren Betrieb einstellen.
Eine Infrarotheizung erwärmt in erster Linie Gegenstände und Oberflächen, die sich in ihrem Strahlungsbereich befinden; die Luft wird erst durch diese erwärmt. Das Ergebnis hängt daher von der Platzierung ab: Bei direkter Einwirkung wärmt die Heizung Personen in ihrer Nähe gut, doch ein Hindernis im Strahlungsweg verringert die Wirksamkeit dieser Heizart. In einem Raum, in dem der Wirkungsbereich blockiert ist, kann sich die Wärme weniger stark anfühlen, selbst wenn die Heizung selbst funktioniert. Das ist ein wichtiger praktischer Unterschied zur Konvektionsheizung.
Wie viel Strom wird benötigt, um Wärme zu erzeugen?
Eine Inverter-Klimaanlage funktioniert anders: Sie transportiert Wärmeenergie von draußen in den Raum und arbeitet damit wie eine Wärmepumpe. Nach Einschätzung von Andrei Jaworski kann das Gerät unter günstigen Bedingungen mit einer Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattstunden Wärme übertragen. Dieser Wert erklärt, warum eine Klimaanlage Strom sparsamer verbrauchen kann als ein herkömmliches Heizgerät. Dieser Vergleich bezieht sich jedoch auf die Effizienz der Energieumwandlung und nicht auf eine gleichbleibende Leistung bei jedem Wetter.
Bei einem Ölradiator und einer Infrarotheizung ist das Verhältnis einfacher: Eine Kilowattstunde verbrauchte elektrische Energie liefert ungefähr eine Kilowattstunde Wärmeenergie. Bei einer Klimaanlage ändert sich das Ergebnis mit der Außentemperatur. Bei +5…+8 °C kann man laut einem Experten bis zu fünf Kilowattstunden Wärme pro Kilowattstunde Strom erhalten. Sinkt die Temperatur unter null, nimmt die Effizienz ab und der Vorteil der Wärmepumpe wird weniger deutlich.
Der Effizienzverlust einer Klimaanlage bei Frost kann so stark sein, dass das Gerät ab einem bestimmten Punkt nicht mehr effizienter arbeitet als ein Ölradiator oder eine Infrarotheizung. Wo genau dieser Punkt liegt, wird im Beitrag nicht angegeben: Das Ergebnis hängt von der Außentemperatur und den Betriebsbedingungen des Geräts ab. Daher lässt sich der Spitzenwert von fünf Kilowattstunden Wärme nicht auf den gesamten Winter übertragen. Insgesamt wird die Klimaanlage als wirtschaftlichste Option bezeichnet, ihr Vorteil ist jedoch nicht bedingungslos.
Thermostat und Wärmeverluste im Raum
Selbst ein Gerät mit hoher Effizienz kann den Wärmebedarf eines Raums nicht aufheben. Laut Jaworski hängt die benötigte Energiemenge von den Wärmeverlusten ab, die wiederum mit den Eigenschaften des Raums zusammenhängen. Wichtig sind die Deckenhöhe, die Größe der Fenster und die Lage des Raums: Er kann in einer Gebäudeecke oder im Inneren des Gebäudes liegen. Daher muss ein und dasselbe Modell nicht unbedingt Räume gleicher Fläche gleichermaßen gut beheizen. Die Fläche von 15 m² allein sagt noch nicht aus, welche Leistung benötigt wird.
Der Thermostat beeinflusst, wie genau das Gerät die eingestellte Temperatur hält und ob es den Raum stärker als nötig aufheizt. Der Experte empfiehlt Geräte mit präzisen elektronischen Thermostaten und nennt als Beispiel eine Genauigkeit von etwa ±0,1 °C bei Geräten französischer Hersteller. Mechanische und einfache elektronische Thermostate schalten die Heizung möglicherweise erst ein, wenn die Temperatur um 1–2 °C gesunken ist, und erst wieder aus, wenn sie den Sollwert um denselben Betrag überschreitet. Dadurch schwankt die Temperatur deutlich.
Eine gleichmäßige Temperaturregelung kann unnötigen Verbrauch senken, denn Überhitzung vergrößert den Temperaturunterschied zwischen innen und außen, wodurch auch die Wärmeverluste steigen. Jaworski nennt folgende Schätzung: Eine Erhöhung der Raumtemperatur um 1 °C über den erforderlichen Wert, zum Beispiel von +20,5 auf +21,5 °C, kann den Stromverbrauch um 6–7 % steigern. Ein präziser Thermostat hilft, eine solche Überhitzung zu vermeiden. Das ist keine Zusage, dass in jedem Raum gleich viel eingespart wird, sondern eine Erklärung dafür, welche Rolle die Temperatureinstellung spielt.
Wie die Leistung des Geräts auf den Raum abstimmen
Bei der Einschätzung der benötigten Leistung berücksichtigt der Fachmann gesondert die Deckenhöhe: In Wohnräumen beträgt sie normalerweise 2,5–2,8 m. Je höher die Decke, desto mehr Luft muss erwärmt werden und desto größer können die Wärmeverluste über den oberen Teil des Raums sein. Auch die Größe der Fenster und die Lage des Raums im Gebäude verändern die Bedingungen. Empfehlungen zur Leistung lassen sich daher nicht ohne Berücksichtigung der Dämmung anwenden: Ein Gerät, das für einen gut gedämmten Raum geeignet ist, kann sich in einem schlecht gedämmten als unzureichend erweisen.
Für den Extremfall einer schlecht gedämmten Wohnung nennt der Experte einen Richtwert von 100 W pro Quadratmeter. Für einen 15 m² großen Raum entspricht das einer Berechnung, nach der ein Ölradiator mindestens 1,5 kW und eine Infrarotheizung 1,2 kW Leistung benötigt. Das ist ein Beispiel für ungünstige Bedingungen und kein allgemeingültiger Richtwert für jede Wohnung. Bei besserer Dämmung können laut Jaworski auch Geräte mit einer Leistung von 1 kW oder 800 W geeignet sein.
Für die Beheizung eines solchen Raums kann eine Klimaanlage mit einer Leistungsaufnahme von 600–800 W laut dem Experten 2,5 Kilowattstunden Wärmeenergie abgeben. Diese Lösung hat jedoch eine Besonderheit: Sie erwärmt die Luft, und die Wärme bleibt im Raum, solange das Gerät läuft. Ein Ölradiator gibt nach dem Ausschalten noch eine Zeit lang gespeicherte Wärme ab, während eine Infrarotheizung auf einen freien Strahlungsbereich angewiesen ist. Die endgültige Wahl hängt gleichzeitig von den Wärmeverlusten, der Außentemperatur und der Nutzungsweise ab.
Quelle: UNIAN




