Meteoriten: wie sie sich in Steine auf der Erde verwandeln

- Die Forschung identifizierte sieben Phasen der Verwandlung von Meteoriten in Steine auf der Erde
- Schmelzen und Fragmentierung spielen eine Schlüsselrolle in diesem Prozess
- Wissenschaftler entdeckten, dass Meteoriten schneller an Masse verlieren, als zuvor angenommen.
Meteoriten: wie sie sich in Steine auf der Erde verwandeln
Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern des SETI-Instituts und der NASA beleuchtet den Prozess der Verwandlung von Meteoriten in Steine auf der Erde. Die Studie umfasst 75 Meteoritenfälle und hebt sieben Phasen hervor, die Meteoriten durchlaufen, bevor sie die Oberfläche erreichen. Diese Phasen beinhalten verschiedene physikalische Prozesse, die das Aussehen und Verhalten der Meteoriten während ihres Abstiegs durch die Atmosphäre beeinflussen.
Die erste Phase beginnt in der Höhe, wo die Atmosphäre dicht genug wird, damit der Meteorit eine Druckwelle erzeugen kann. Bei der Kollision mit Luftmolekülen erhitzt sich der Meteorit und beginnt zu leuchten, wodurch ein heller Streifen entsteht, der als Meteor bekannt ist. In der zweiten Phase bewegt sich der Meteor weiter in dichterer Luft, was zu einer erhöhten Helligkeit und einer Veränderung der Intensität führt, die auf die Rotationsgeschwindigkeit des Meteoriten hinweisen kann.
In der dritten Phase wird der Meteor zu einer Feuerkugel, und das Schmelzen spielt eine entscheidende Rolle beim Masseverlust. Der intensive Luftstrom reißt geschmolzenes Material von der Oberfläche des Meteoriten ab und bildet Tropfen, die nach der Abtrennung vom Hauptkörper weiter verdampfen. Diese Entdeckung verändert das Verständnis darüber, wie Meteoriten während ihres Abstiegs Masse verlieren.
Phasen der Umwandlung von Meteoriten
Die vierte Phase findet in einer Höhe von etwa 60 Kilometern statt, wenn das Schmelzen ein stabiles Gleichgewicht erreicht. In dieser Phase bleibt die Helligkeit der Feuerkugel entweder konstant oder nimmt zu. Studien zeigen, dass das Schmelzen bis zu 40 % der ursprünglichen Masse des Meteoriten entfernen kann. Bei weiterem Abstieg in dichtere Schichten der Atmosphäre beginnt der Druck, den Meteoriten zu zerstören, was zur fünften Phase führt, in der Stücke vom Hauptkörper abgetrennt werden.
In der fünften Phase entdeckten die Wissenschaftler, dass die Fragmentierung viel früher beginnt als erwartet. Dies geschieht bei einem Druck, der nur ein Fünftel der Stärke beträgt, die bei Meteoriten gemessen wurde, die auf der Erde gefunden wurden. Dies könnte mit der Erwärmung während des Eintritts in die Atmosphäre und Rissen zusammenhängen, die von früheren Kollisionen im Weltraum stammen. Infolgedessen beginnt der Meteoriten schnell an Geschwindigkeit und Masse zu verlieren.
Die sechste Phase beginnt, wenn der hintere Teil des Hauptmeteoroiden zerfällt. Dies führt zu einem hellen Ausbruch und dem Zerstreuen von Fragmenten mit hohen relativen Geschwindigkeiten. Im Gegensatz zu den hellen grünen Farben, die in früheren Phasen beobachtet werden, haben die letzten Ausbrüche normalerweise eine rote Farbe. Dies liegt daran, dass der Meteoroid bereits erheblich verlangsamt ist und die Fragmente, die die Erde erreichen, als relativ große Stücke beginnen.
Einfluss von Schmelzen und Fragmentierung
In der siebten Phase setzen sich die Prozesse des Schmelzens und der Fragmentierung fort, bis die verbleibenden Stücke so stark verlangsamt sind, dass sie kein sichtbares Licht mehr ausstrahlen. Nach dem Stopp des Schmelzens bleibt eine dünne äußere Schicht auf ihrer Oberfläche zurück, die als Schmelzkruste bekannt ist. Dann vollenden die dunklen Fragmente ihren Fall, und atmosphärische Winde können sie von ihrer ursprünglichen Bahn ablenken, bevor sie als Meteoriten landen.
Diese Ergebnisse haben wichtige Auswirkungen auf das Verständnis von Meteoriten und ihrem Verhalten beim Eintritt in die Atmosphäre. Sie können helfen, genauere Modelle zur Vorhersage des Standorts von Meteoritenfällen zu entwickeln, was für wissenschaftliche Forschungen und die potenzielle Nutzung von Meteoriten in der Zukunft von Bedeutung ist. Darüber hinaus kann das Verständnis der Prozesse, die mit Meteoriten ablaufen, helfen, die Risiken im Zusammenhang mit potenziellen Kollisionen mit der Erde zu bewerten.
Es bleiben jedoch einige Unsicherheiten. Zum Beispiel können Wissenschaftler die Bedingungen, unter denen Meteoriten in die Atmosphäre eintreten, nicht genau im Labor reproduzieren. Dies schränkt die Möglichkeit ein, alle Prozesse, die während des atmosphärischen Eintritts ablaufen, vollständig zu verstehen. Auch ist unklar, wie verschiedene Zusammensetzungen von Meteoriten ihr Verhalten in der Atmosphäre beeinflussen können.
Praktische Konsequenzen und Unsicherheiten
Die Forschung unterstreicht die Bedeutung eines multidisziplinären Ansatzes zur Untersuchung von Meteoriten, einschließlich Astronomie, Physik und Geologie. Dies kann zu neuen Entdeckungen und zur Verbesserung bestehender Theorien über die Herkunft und Evolution von Meteoriten führen. Wissenschaftler hoffen, dass weitere Forschungen helfen werden, Wissenslücken zu schließen und das Verständnis dieser kosmischen Objekte zu verbessern.
Abschließend eröffnet die neue Forschung über Meteoriten neue Horizonte im Verständnis ihres Verhaltens beim Eintritt in die Atmosphäre. Die Identifizierung von sieben Phasen der Umwandlung von Meteoriten in Steine auf der Erde unterstreicht die Komplexität dieses Prozesses und die Bedeutung von Schmelzen und Fragmentierung. Diese Entdeckungen könnten erhebliche Auswirkungen auf zukünftige Forschungen und praktische Anwendungen von Meteoriten haben.
Daher kann das Verständnis darüber, wie Meteoriten Masse verlieren und wie ihre Fragmente auf der Erdoberfläche verteilt sind, bei der Entwicklung effektiverer Methoden zur Suche und Untersuchung von Meteoriten helfen. Dies könnte auch zu einem tieferen Verständnis der Prozesse im Weltraum und deren Einfluss auf unseren Planeten beitragen.
Quelle: ScienceDaily



